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Betreten auf eigene Gefahr

Eltern haften für ihre Kinder

Do not try this at home

06.09.2009

Transzendenz

Ihr unterschätzt Gott, wenn Ihr ihn in einer einzigen Religion glaubt einfangen zu können.

Wieso sollte ER nicht so groß sein, dass er auch sich im Yoga zu erkennen geben kann.

Fesseln wollt ihr ihn, halten, abbilden, behalten. Das ist unser aller Schwäche.
Schwäche, wie Sünde.
Aber die Befreiung ist die Verheißung. Die Befreiung von der Sünde, des Geistes.
Die Erlösung.
Wie Liebe loslassen ist.

Erst da glaubt ihr.

Aber nicht, dass ich predigen will Ihr sollt! Nein, ich meine Ihr dürft, Ihr könnt.

26.08.2009

Ich wäre gerne meinen Kopf los





Seit ich denken kann ist es so, und trotz aller Bemühungen, es wird nicht weniger, im Gegenteil denke ich manchmal.
Ich denke zu viel.
Nach außen hin kann ich souverän wirken, phantasievoll, liebevoll, sensibel, klug.
In mir drinnen ist immer Unsicherheit, immer Angst, immer Nachdenken, Vordenken, Planen, was nicht umgesetzt ist. Mein Hirn ist ständig am rotieren, zufrieden bin ich nie. Ruhig kenne ich mich nicht. Dabei kann ich nach außen genauso wirken.
Aber es ist alles anders. Ich tue nie, was ich mir vornehme, ich mache und mache mir nichts, als Sorgen. Und weiß nicht, wie man damit aufhört.
Ich kann einfach spontan sein, aber dann bekomme ich Angst, dass nie etwas ordentlich bei mir wird, sondern alles im Chaos bleibt. Wobei mehr Chaos als jetzt ...geht das überhaupt?

Angst – und Panikattacken seit Monaten morgens beim Aufwachen. Entweder es betrifft die finanzielle Situation oder etwas, das gemacht werden muss bis Anfang Dezember. Seit Monaten erzähle ich, wie schön ich alles finde, wie toll ich es finde, wie sehr ich es will und liebe es sowieso jetzt schon.
Andererseits bin ich nur krank, habe Schmerzen, bin arbeitsunfähig, handlungsunfähig, unzufrieden, ängstlich, durcheinander und süchtig.

Ich versuche es mir von der Seele zu schreiben und denke gleichzeitig, ich habe besseres zu tun. Es geht nur weg, wenn man etwas tut, aber tun hieße, ich brauche einen Plan, weil ohne wird es nichts. Einen Plan machen ist aber auch Unsinn, weil umgesetzt bekomme ich ihn eh nie – spätestens, wenn ich wieder krank werde hat sich der Plan erledigt. Ich habe immer nur die besten Absichten, aber in der Umsetzung hapert es mehr als sonst wo. Was nutzen einem gute Vorsätze?
Liebenswert, wie unbeholfen ich bin?
Und ich versuche ja glücklich zu sein, ich versuche mich anzunehmen, wie ich bin, aber mein Gefühl macht nicht mit. Es bleibt immer dabei, es gäbe noch etwas, das ich tun müsste, erst dann könnte ich glücklich sein, dürfte glücklich sein.
Ich bin nicht plötzlich so zuversichtlich, dass ich aus mir heraus das Gefühl habe sinn – und planvoll zu handeln. Um dann mit dem Ergebnis zufrieden zu sein.
Nein, ich halte mich auf damit keine Entscheidungen zu treffen und selbst wenn ich sie treffe ich handele nicht danach und bin doch wieder unglücklich und ängstlich.

Kann mir nicht jemand das mal bitte um Himmels willen nehmen? Kann ich denn nicht endlich mal zufrieden mit mir sein? Ruhig werden? Machen, was ich will und einfach zufrieden mit mir sein? Glücklich und zufrieden!
Entweder muss es mir gegeben werden oder ich will es mir endlich nehmen können. Das kann ja nicht sein. Irgendwann muss einfach mal Schluss sein!

26.07.2009

Tonight

12.06.2009

Sometimes

Manchmal...

...denke ich, Du weißt gar nicht, wie sehr ich Dich liebe.
...zeige ich Dir zu sehr wie sehr ich Dich brauche.
...will ich nur für Dich da sein.
...erkenne ich zuviel von mir in Dir.
...kann ich mich selbst weder leiden noch retten.
...nervst Du mich.
...würde ich Dich am liebsten weit weg von mir stoßen.
...fühle ich wie sehr Du mich liebst.
...entgleitest Du mir einfach, verschwindest ohne Spur.
...verletzt Du mich.
...verletze ich Dich.
...wirst Du durch mich.
...werde ich durch Dich.
...fehlst Du mir.
...bist Du mir näher als egal was auf der Welt.
...bin ich zutiefst von Dir gerührt.
...spürst Du meine Liebe.
...habe ich Angst wir sind nur noch Freunde.
...habe ich Angst, Du kannst mir nicht verzeihen, wie sehr Du es auch wolltest.
...reden wir zu wenig miteinander.
...sagen wir genau das Richtige.
...möchte ich Dich nur loslassen, damit Du wirklich glücklich sein kannst.
...lasse ich Dich los.

Und für immer bist Du ein Teil von mir und ich bin ein Teil von Dir.

06.05.2009

Sowas in der Art....

Ich bin wahrscheinlich wirklich eine Künstlerin.

Schon zweimal wurde ich gefragt, was ich eigentlich in einer Klinik für Psychiatrie gemacht hätte. Von Psychologen außerhalb dieses Prozesses. Und jedesmal hielt ich es für eine Drohung, eine Mahnung, eine Kritik. Von wegen ich hätte es nicht verdient.
Aber sie meinten erstmal nicht mich, dachte ich dann.
Jetzt aber weiß ich was sie meinten, oder vielmehr, was für mich einen Sinn macht.
Sie sind auf mich hereingefallen. Ich habe einfach bekommen, was ich wollte. Der Aufenthalt in so einer Anstalt ist aber nichts, das man bekommt, weil man es einfach halt mal so gerne würde. „Luxusseminar für Frustrierte“.Aber ich habe es gebraucht. Es hat mich auch stabilisiert.
Ich habe sie manipuliert. In dem ich gespielt habe. Was wahr war. Was hätte werden können, und was gewesen war. Lebenskünstlerin.

Ich bin so kreativ und intelligent, so sensibel und eigen, dass ich auch sehr gut psychotisch werden könnte. Es in Ansätzen schon war. Wie alle Künstler. Alle sind und waren verrückt, süchtig und begabt.

Wie ich.

19.04.2009

It's in the water, Baby!

Ich hab es so gut bei Dir.
Ohne Dich wollte ich einfach nie leben.

Der einzige Zeitpunkt, an dem Du Fehler machst ist wenn Du mir nicht vertrauen kannst.
Ich habe sehr wohl verstanden. Ich habe in Dich hinein gesehen und es erlebt als wäre es meine Realität. Ich war dort, ich war Du.
Ich spüre den Schmerz, ich verstehe ihn nicht nur.

Aber für mich sieht es anders aus und solange Du das nicht siehst solange kannst Du mir nicht vertrauen.Durch meine Augen sehen, was ich damit meine, wenn ich sage, Du machst mich fertig.
Ich wollte mir auch nicht ansehen, wie ich zu Dir war – durch Deine Augen. Weil es mehr schmerzt als den anderen enttäuscht zu haben. Es ist vielmehr gegen mich selbst gerichtet.

Die Enttäuschung darüber, wie ich nur denjenigen, ohne den ich nicht leben kann so enttäuschen konnte die schmerzt mehr als der eigene Schmerz des Enttäuschtwerdens.

Das verlangt das größere Bestehenkönnen sich dem auszusetzen.
Niemand kann uns so verletzen wie wir selbst, von niemandem können wir so bodenlos enttäuscht werden und sein.

Es ist was es ist.
Noch nie war mir jemand so nahe wie Du im Moment. Und ich bin stolz und glücklich. Weil ich es mir so vorgestellt habe. Wobei es mit Dir sowieso immer das gleiche ist: keine Vorstellung, keine Phantasie kann mit der Realität mithalten, die Du bietest. Du bist derjenige, der mich glücklicher als meine Träume macht.
Und deshalb kannst Du, wenn Du Dir so liebvoll wie ich es empfinde ins Gesicht siehst, Dir vertrauen mir zu vertrauen.
Aber Du mußt Dich ansehen. Durch mich.


Ich habe meine Fehler und sie können komisch aussehen, weil sie sich wirklich komisch anfühlen. Aber ich habe gar keine andere Wahl als Dich zu lieben.

Weiß Du noch die Sehnsucht? Vielleicht gibt es Menschen, bei denen sie wirklich ein Glaube erlösen kann. Andere stehen so feste mit ihren Füßen auf dem Boden, dass sie soetwas nicht mal brauchen. Ich habe es letztlich nach Menschen, nach Beziehungen.

Und wenn Du mir vertraust und es willst (oder andersrum) erfüllst Du sie mir.

Es ist wie es ist, Du und ich sind nun wirklich und für immer eins.

03.04.2009

Loslassen





Kann man überhaupt loslasssen? Von sich aus, aktiv!? Sich vornehmen mal loszulassen. Tun wir doch alle?! Zumindest die mit gewissen Sensibilitäten oder Zugängen zum Ganzen.

Sich vornehmen loszulassen funktioniert eigentlich per defintion doch gar nicht. Genauso wenig wie fühlen. Man kann nicht 'auf Befehl' fühlen. Klingt wie die Aufforderung: 'Jetzt sei doch mal spontan'.

Sobald ich das Vorhaben habe kontrolliere ich doch schon. Wenn ich eine Handlung vollführe kann ich nicht mehr loslassen, weil ich die Kontrolle über meine Muskeln haben muss. Man kann sich nicht vornehmen loszulassen.

Es überkommt Dich. Das Gefühl, dass der Kopf, der Körper, der Geist, die Seele und die ganze Welt zerschmelzen. Kein Ich, kein Du, keine Zeit. Und höchste Erfüllung, ideale Erregung. So ähnlich wird auch der 'Workflow' beschreiben.

Von dem indischen Herrn mit dem unglaublichen Namen. Chiccentmihali oder so (ok, fast, er heißt Mihaly Csikszentmihalyi und ein Inder ist er auch nicht. Schade, ich fand das klang so. Wie ich auch immer meine Perser zu erkennen, mich aber auch öfters täusche.)

Das sind Dinge, die man nicht bewusst herbeiführen kann. Nur habe ich das Gefühl ich habe zuwenige dieser Momente. Beim Schreiben kann ich das haben. Mir selbst nahe sein, die richtige Geschwindigkeit zu finden, darin aufzugehen, was ich tue.

Aber ich warte Tag um Tag, Jahr um Jahr auf den Moment, in dem ich die Erleuchtung hab. Die Erkenntnis, nach der ich loslassen kann. Mich fallenlassen, auf meine Instinkte vertrauend fühlen. Wenn ich endlich aufhöre zu denken.


Aber mal ganz im ernst, wieso sollte ich aufhören wollen zu denken?

Nein, ich will ein Gleichgewicht haben, ein Fluss sein. Von Gehirn und Gefühl,von Worten und Taten. Sie sollen miteinander kommunizieren und einen eigenen Weg finden. Zusammenarbeiten, sich ergänzen. Sich respektieren und gleichwertig zum Tragen kommen. Bei jeder Entscheidung, jeder Verantwortung, und jeder Handlung. Jeder dort, wo er hingehört, das tuend, was er am besten kann.

Dann könnte ich loslassen. Dann hätte ich losgelassen.



Ich wollte nie etwas anderes, als Menschheitsgeheimnisse erfahren und teilen.

28.03.2009

Liebling






Sich darauf verlassen können geliebt zu werden.
Gut, ich behaupte ich habe dieses Glück erfahren, wie nach allen guten Lehrbüchern: 'meine Mama hat mich lieb'. Diese Erkenntnis zieht sich wie ein roter Faden durch mein Leben. Manchmal denke ich das hat mir vor den Abgründen – Suizid, Psychose- tatsächlich bewahrt.

Aber da gibt es eben etwas, das sich dem so stark entgegensetzt. Die andere Seite, so weit entfernt, dass es mich zwischen den zwei Punkten zu zerreißen droht.
Ich habe Probleme mit dem Männlichen an sich. Dadurch auch mit Männern, auch mit Frauen, mit dem Frau-sein. Ying ohne Yang is halt nicht.
Die Balance die fehlt. Wenn zwei Gegensätze zu weit auseinander liegen zerreißt eben manchmal das Band dazwischen doch.Und mit der kosmischen Ordnung hat es sich dann auch.
Ich war in Urspring auch deshalb so glücklich, weil ich meinen Vater in mir aufkommen spürte. Es waren durchsetzungsstarke, prinzipengeleitete Seiten an mir. Und sie waren erfolgreich. Es hat mich ganz gemacht.

Ich kann die Menschen an sich und damit auch mich abgöttisch lieben.

Das muss ich nicht aufgeben. Im Gegenteil.Aber um ganz zu sein muss die andere Seite auch sein.

Eine Annäherung.Zärtlich.



Ich kann mich darauf verlassen, dass Du mich liebst.
Ist das nicht ein Widerspruch in sich?
Nein, ich glaube das ist, was wir alle wollen, obwohl es zur Zeit sehr unpopulär ist.
Zur Beruhigung derer: ich kann mich nicht darauf verlassen, dass Du immer bleibst.

Sowieso egal,, was sein wird. Es ist kein Traum den ich habe – ob es populär ist, oder nicht. Es ist vielmehr eine Feststellung. Eine Schlussfolgerung aus der Vergangenheit. Oh ja, und ob ich es will oder nicht, ich stelle Dich auf verdammt harte Proben, mein Liebling.
Aber damit noch tausendmal schöner als jeder Traum.
Genauso wie unser 'Zusammensein'. Das schönste ist, es ist schöner als ein Traum, als jeder Traum.


Wahre Liebe ist symbiotisch in sich. Nicht parasitär, mit dem symbiotisch heutezutage allzugern verwechselt wird. Sondern symbiotisch. Also auch, sie ist natürlich auch noch viel anderes mehr. Aber sie ist auch symbiotisch.


Ich schweife ab. Weil es eigentlich viel zu heftig ist. Diese Erkenntnis. Wenn man bedenkt, womit es eingeleitet ist. Also in mir unvergänglich verknüpft.Wenn man mein Mißtrauen bedenkt, ist diese Liebe wirklich ein Geschenk des Himmels.

Mein Atem bleibt mir weg, mein Herz schlägt bis zum Hals, in dem ich einen Knoten hab. Weshalb mir auch schlecht wird, obwohl sich die Schmetterlinge in meinem Bauch wohl fühlen.



Ich will nichts mehr, als sowas an mich heranlassen zu können.Ich will keine Proben mehr. Keine Prüfungen. Kein Misstrauen. Kein Knoten im Hals.

Nur fühlen, dass es numal 'einfach so ist'.

Ja, es gibt das. Der Moment in dem Du erkennst, dass Du sonst nichts zum Leben brauchst.
Ihr kümmert Euch umeinander, als sei es seit jeher so bestimmt. Dich zu nähren fühlt sich an wie mein Sinn. Und ich weiß, ich werde auch an Dir satt.
Man braucht sonst nichts. Es ist einfach so.
Und dann eröffnet sich eine Welt. Eine, die immer da ist, aber zu oft verschlossen. Wie ein Heimkommen und doch so spannend wie etwas vollkommen unbekanntes. Es fesselt Dich und läßt Dich frei gleichzeitig.

Die wahre Liebe ist nicht Verliebtsein, aber Verliebtsein gibt es auch in der Liebe.
Aber die wahre Liebe, zumindest so sehen es die Indianer, die Liebe als Prinzip ist das, was gibt und mehr davon wird. Das einzige Prinzip, das so funktioniert. Aber dieses eine tut es tatsächlich.

Es ist so wunderschön, lass es uns feiern, solange die Nächte und die Tage sind.

25.03.2009

Amoklauf

Meine Meinung?!

Überall Foren in denen jeder -frei nach BoB jedes Arschloch- seine Meinung kundtun kann.
Ich mach das auch. Oder machte. Zum Beispiel in Bezügen, die wichtig für mich waren. Weil es in einer virtuellen Gemeinschaft war, die mich kannte und ich sie. Virtuell aber auch persönlich. Oder einfach so, beim Surfen.

Aber meine wirkliche Meinung ist etwas ganz anderes, als Dein oder mein Statement zu „Arbeiten oder Hartz 4?“, 'Töten Killerspiele?“ oder „Hat Kate Moss Titten?“.
Also zu jedem Scheiß habe ich irgendeine Meinung. Lieber Harz 4, arbeite aber trotzdem für 8 Euro die Stunde als Akademikerin, Killerspiele töten sowenig wie Rock Musik, oder soviel, Kate Moss hat keine Titten, zumindest nicht gegen mich.


Aber wenn es darum geht einer Freundin zu sagen: hast Du sie eigentlich noch alle?! Mich 'ne halbe Stunde in der Kälte stehen lassen und mich dann von der Seite anquatchen ich hätte zur Telefonzelle gehen sollen. Oder einem Arbeitgeber: prima, die Abmachung waren 4 Tage und ins Gemüse einlernen. Ich hab hier 'nen Plan mit fünf Tagen und Kasse und Gemüse gleichzeitig. Dann werde ich lieber krank, als zu sagen: Ihr könnt mich mal.
Weil es keine Meinung ist, sondern weil es mit mir zu tun hat. Es geht nicht um eine theoretisch begründbare Aussage. Sondern um mich.

Und ich werde echt nervös, wenn die ins Spiel kommt. Ich kann tun, was ich will, sie ist letztlich immer unzufrieden. Kritisch bis in die letzte Haarspitze. Und so anpassungsfähig, dass es keinem Menschen auffällt. Dieses liebe Mädchen. Das jeder, wirklich jeder in sein Herz schließt und dort damit tut, was er will. Und ich merke es nicht mal.
Ich tu das ja auch. Ich empfinde alles an Euch nach, weil ich es kann. Ich habe das dritte Auge. Ich sehe Dinge, die keiner bemerkt und höre Dinge, die keiner versteht. Es ist eigentlich nur Abstraktionsarbeit und ich übe das mein ganzes Leben, ich kann das.
Und so entdecke ich mich. Nur dazu mache ich es eigentlich. Ich, das liebe Mädchen.
Fühle bei Euch nur so genau hin, weil ich es so unverbindlich empfinden kann.

Gut, diese Erkenntnis ist nicht neu, aber heute schickt sie mich einfach.

Und sie hat schon wieder so einen kritischen Unterton unter allem. Wo habe ich den her?
Habe ich ihn von meinem Stiefvater?

Ich mache das aus gutem Grund. Selbstschutz. Ich bin schon so so sensibel. Meine Haut ist es, meine Wahrnehmung, körperliche Reaktionen in millionenfacher Weise auf jedes Ereignis.Sex kann so aufregend sein, dass mir schlecht wird. Wie anderen vor einer Prüfung.
Und würde ich ohne Filter auf mich sehen,wäre das so viel Schmerz und ich kann ihn nicht erklären. Ich bezweifele es schon, wenn ich es aufschreibe.

Ich bin gar nicht verrückt, die anderen sind es.

Aber das schlimme ist, wenn ich mir gegenüber einmal die Bewertung beiseite lasse, dann muss ich zweifelsohne gestehen, dass ich mich dauernd und ewig unglücklich, ängstlich, verwirrt fühle.
Und deshalb mich nicht hinstellen kann und sagen: mir geht es schlecht, ich bin, ich fühle, ich will.
Fragst Du mich um meine Meinung zu mir ist es mir am liebsten egal. Abgeschnitten von Dir selbst.
Weil ich traurig würde, wenn ich es mir betrachte. Mit mir verbunden mich betrachte. Ich renne und renne und werde mich nicht los. Aber ich dreh mich auch nicht nach mir um. Ich renne und renne in der Hoffnung endlich freizukommen.

Aber dann, wenn ich mir das alles anschauen soll, dann brauche ich Urlaub, die nächsten drei Jahre.
Dann einfach ein klein bisschen?

Du bist perfekt. Deine einzige Schwäche ist, dass Du es nicht weißt.





Luis Rojo - Die Zärtlichkeit

12.03.2009

Dance!

12.01.2009

Nüchtern betrachtet...





Nicht in der Erfüllung liegt der Reiz.
Er liegt nicht im Konkreten,
Machbaren. Nicht in Bezeugungen der
Wahrhaftigkeit.
Nicht in dem, was wirklich ist.
Sondern nur darin, was sein könnte
liegt die Magie des Augenblickes,
der schieren Unendlichkeit.
Benennen wir sie, wirkt sie schal,
beschwören wir sie
erstickt sie an Beweisen.
Im Dazwischen, dort wo Deine und meine Träume
von Dir und mir losgelöst ihre eigene Verbindung eingehen
dort liegt meine Sehnsucht,
mein Trieb zu lieben.

Nicht dort, wo wir uns einander Treue schwören und sie beschließen.
Sondern dort, wo Träume real sind
liebe ich es zu leben.
Aber wohl auch nur, wenn ich die Sicherheit habe zur Sicherheit
zurückkehren zu können.
Auch ich muss die Spannung irgendwann auflösen
und zu meinen Träumen, meiner Liebe stehen.
Muss Dir gestehen wie sehr ich Dich liebe.

Aber nicht weil man sie fesseln kann
ist sie wahr,
sondern nur in ihrer Schönheit unzerstörbar
dort,
wo sie herkam. Unkontrollierbar für uns,
sich selbst genug. Und aus sich
selbst erweckt.
Erreichbar nur in der ewig währenden Sehnsucht
nach dem Unerreichbaren.

Wirklich wahr ist beides. Der Wunsch nach Sicherheit geben und nehmen.
Und der Sehnsucht nach einer Welt,
in der niemals irgendetwas bewiesen, belegt und sicher ist.
Beides brauche ich,
beides lebe ich, beides ist in mir.

30.12.2008

Nüchtern käme es anders...




Ja, gib mir das. Gib mir genau das.
Ich liebe Dich, ich brauche Dich.

Nur Dich in mir
fühle ich mich.

Dort, wo ich ich bin. Wenn auch dicht, wenn
auch verrückt, total durchgeknallt.
Verknallt, verliebt, verlobt, verheiratet.
Verheiratet.

Für immmer,
bleib und halte mich. Halte mich.

Ich freue mich mit Dir,
ich leide mit Dir,
ich lebe in Dir
durch Dich
anders. Und nur so,
wie ich mich sehne. Nicht mehr aber mehr geht
auch nicht.
Und kein bisschen weniger.

Deshalb würde ich auch mein Leben für Deines geben.




Aber es muss über Dich hinausgehen. Weil Du
theoretisch für jedes Du gelten soll.
Für mich.
Was, wenn Du mein Leben,
was wenn Du Gott,
was wenn Du meine Liebe ist?

Denn nur dort kommt
diese Liebe und Hingabe,
die ich empfinden kann her.
Von mir.

Ich kanns besonders gut und fühle es besonders intensiv, wenn ich verliebt bekifft bin.
Aber das soll ich ja nicht mehr.
Wobei mir schon klar ist, warum (ich es tue), was es allerdings
schwieriger macht statt einfacher es zu lassen,
weil ich es

EINFACH SO
haben will.

Und weiß das geht:


Das Weiche und gleichzeitig spannende Gefühl.
Es ist eine Bewegung. Deshalb mag ich es eigentlich.
Mein Puls. Mein
kosmisches Atmen. Wenn
ich mich dem Ganzen ergeben kann.

Und genießen ist sowieso das
Geilste auf der Welt.

Lass mich Dich genießen.
Ja, gib es mir, genau
das.
Lass mich mich genießen.

24.12.2008

Fröhliche Weihnachten!

23.11.2008

Die Teeoffenbarung



Ich hatte eine Teeoffenbarung. In der Mittagspause. Eigentlich nur ein Tee, der im Pausenraum rumstand, zufällig(!?) der einzige, der Schwarztee enthielt. Das Geschmackserlebnis war von einer solch feinen Schmeichelung, dass es mich wie eine Erfüllung traf. Meine Geschmacksnerven verzaubernd durch seine Sanftheit, offenbarte er eine sehr hohe Qualität und vorzüglichen Wohlgeschmack. Dann stellte ich, die Verpackungsaufschrift lesend, fest dieser Tee ist für die innere Ruhe und Klarheit zusammengestellt.

Innere Ruhe und Klarheit. Wenn nicht das, was suchte ich sonst? Und finde es im Moment.

Eigentlich ist dieser Tee nur ein sinnlich wahrnehmbares, benennbares Phänomen, das dem System, in das ich gerade reinkomme Ausdruck verleiht. Das System der Ausgeglichenheit.
Wie das Schicksal es wollte verkaufen wir diesen Tee zwar leider nicht mehr, aber ich hab meiner Liebsten davon erzählt, die wiederum am Abend vorher in ihren Lebensmittelschränken mal richtig aufgeräumt und ausgeräumt hat. Und, ja, genau. Sie hatte in einer versteckten Ecke ganz genau diesen Tee gefunden, originalverpackt, ungeöffnet. Und, obwohl der Beschreibung nach sie diesen Tee genauso gut gebrauchen kann wie ich, schenkte sie ihn mir.

Ist das nicht schön?!

Genau das meine ich. Ich kenne morbides Empfinden und Verhalten. Aber mir gelingt es mich davon loszumachen. Und nichts anderes suchte ich. Weil ich nicht im Hass und in der Verzweiflung zwischen den Welten leben will- zwar kann und musste-, weil ich kein Pessimist bin, der sich suhlt in seinen perversen Phantasien, sondern an ihnen leide. Ich leide stark und tief. Aber es ist nicht mein Ziel, nichts mit dem ich ausschließlich identifizieren kann und will. Es gehört zu mir, aber es beginnt mich freizulassen statt gefangen zu halten. Ich tue alles mit Leidenschaft: leiden und lieben. Aber es ist einfach schöner für mich zu lieben. Und ich kann die Liebe des Lebens empfinden. Wofür ich begabt bin. Womit mein Großvater – seines Zeichens Pfarrer- mich auf seinem Totenbett segnete.“Geboren um zu lieben und geliebt zu werden“, und er traf mich so genau so tief.

Genau. Klar. Ausgeglichen.

14.11.2008

Gesegnet




Geliebter Lebensbaum,

von Deinen grünen jungen saftigen Blättern hab ich geträumt. Nach jungen Trieben habe ich gestrebt.
Und durch den Zauberwald bist Du mit mir gelaufen, ich in Deiner Schutz bietenden Krone sitzend.
Aber es war so aufregend. So furchtbar aufregend, dass mich die Angst befiel zu fallen vom heiligen Ort.
Da kam ein egler Zwerg des Wegs und lachte mir zu: „Du weißt seinen Namen, sprich mit ihm!“

Ich sagte Dir Geliebter, welche Angst mich plagt. Und Du tröstetest mich. Auffangen würdest Du mich mit Deinen Zweigen, fallen würde ich nicht.

So sicher wähntest Du mich. Ich habe es gesehen, gefühlt, gehört. Aber glauben konnte ich erst heute.

Du hast Dein Versprechen gehalten.

Perfekter Tag

Um sieben aufstehen, um arbeiten zu gehen.

Was wäre das ein belangloser Satz, würde darin nicht soviel Erfüllung liegen. Mein Wunsch einer geregelten Arbeit ist wahr geworden.
Und mein ehemaliger, letzterer Zustand alles, aber keineswegs vergessen. Ich habe den Job, der mich ob meines Kontos wieder schlafen lässt. Ein Job der mich wohin gehören lässt. Zu einem Team, die alle, mit denen ich bisher zu tun habe die Sorte normaler Mensch sind. Auch belanglos, wenn nicht dahinterstünde, dass ich freundlich, offen, hilfegebend, natürlich meine. Ich gehöre an einen Arbeitsplatz, mir sind Aufgaben anvertraut. Meine Woche, meine Tage, meine Stunden haben einen Anfang und ein Ende. Ich bekomme im Laufe des Tages und am Ende gesagt ich wäre gut.

Ich bekomme gesagt, ich mache meine Sache gut.

Ich habe eine Aufgabe, die von mir nicht weniger verlangt als ich kann, aber auch nicht mehr, als ich möchte. Genug um ausgelastet zu sein ohne belastet zu sein.

Meinen Heimweg um halb zwei mitten am Tag, trete ich mit einer Kollegin (und „zufälliger“ Weise noch meine liebste, beste, herzlich geliebte Freundin) an.

Einen Tee gemeinsam trinken und über uns und die Arbeit quatschen.

Wie oft ich bei Dir saß und gequatscht hab. Wie sehr habe ich letztes Wochenende im Suffkopp beim Stefan auf dem Sofa gesessen und an Dich gedacht. Einen Liebesbrief im Kopf schreibend. An meinem Zwilling im Geist.


Du bist die Freundin, die ich vermisst habe. 10 lange Jahre lang. Und warst immer da. So verstanden kann man sich nicht von jedem fühlen, sich so wohlfühlen, sein können wie man ist, geliebt sein wie man ist. Das geht nur bei bestimmten Menschen.

Exkurs
Die für mich eindeutigste und zutreffendste Antwort auf die Frage, ob es das 'Schicksal' gibt:

Ja, aber es müsste treffender Bestimmung heißen.


Erstens sind wir alle durch unsere Einzigartigkeit ( als einzigartig in der relativen Zusammensetzung von Grundsubstanzen) bestimmt.

Zweitens sind wir alle ( und alles um uns herum ) durch die gleichen Grundsubstanzen bestimmt ( die aber immer in ihrer individuellen Zusammensetzung absolut einzigartig sind).

Drittens werden wir von ewigen Gesetzen bestimmt ( die das Verhältnis der Grundsubstanzen zueinander bestimmen).

Und wenn es in einer extrem Situation positiv oder negativ mit viel Gefühl wahrgenommen wird, erkennen wir es und nennen es manchmal Bestimmung, oder eben Schicksal.

Exkurs Ende


Und dann geh ich heim, mach mir einen Tee, ohne könnte ich glaub gar nicht leben. Verpasse mir eine ganz leichte Dosis Sünde. Bewusst genießend.
Höre geile Musik und schreibe.

Und heraus kommt einer dieser wunderbaren Tage, wegen denen das Leben sich lohnt.

Eigentlich nur für mich in seiner reizenden Banalität so perfekt; und dem, was ich dahinter lese, sehe, schmecke, rieche, höre und fühle.

03.11.2008

Arbeitslosigkeit



Telefonate führen, für Anfragen, Absagen, Abmachungen. Emails schreiben, für Anfragen, Absagen, Abmachungen. Bewerbungen schreiben, abschicken, auf Reaktionen warten. Zu Terminen gehen, Nachbarschaftshilfe, Ehrenamt, Bewerbungsgespräche.
Ein Termin hat mir letzte Woche gut getan, ein privater war schön. Ich habe liebe Freunde, einen tollen Ehemann.
Aber alles, was sonst geschieht, geschieht so alleine, dass es mich einsam macht, weil bisher nicht wirklich etwas dabei rauskommt. Klar, jeder ist bei seiner Arbeit einsam, aber die meisten können am Ende des Monats wenigstens sagen: ich habe meinen Lebensunterhalt verdient. Sie haben Arbeitskollegen, mit denen sie gut bis gar nicht klarkommen, ich hocke alleine zu Hause.
Und ja, ich kann das unterbrechen, ich kann auch von meiner Einsamkeit und meiner Geschäftigkeit erzählen, bleibe aber letztlich eben doch alleine damit.
Es ist nicht wie in der Klinik, nicht wie an der Uni, nicht wie an der Schule: zusammen mit anderen bestimmte Aufträge haben, einen Platz in der Struktur und den auszufüllen genügt. Das ist, was sich einsam im eigentlichen Sinn anfühlt. Nicht zu einem System sich gehörig fühlen, sondern sich selbst dieses System Tag für Tag, Woche für Woche gestalten zu müssen. Mir kann keiner außer mir sagen, das haben Sie gut oder weniger gut gemacht, weil es mir keiner aufträgt und keiner das Ergebnis sieht. Außer ich. Und selbst ich sehe kein wirklich Ergebnis.
Die zwei Systeme zu denen ich gehöre: Nachbarschaftshilfe und Ehrenamt genügen nicht, um umfassend zu sein, um die Woche auszufüllen, um eine Persönlichkeit auszufüllen, sie füllen nicht mal ganze Tage, und unterbrechen dazu damit mein eigenes System.
Selbst an einem Abend mit Freunden kann ich nicht richtig abschalten und fühle mich angespannt.
Ich kann mich selbst nicht belohnen, weil ich das Gefühl habe, es kommt nichts dabei raus. Es ist wie in einem schlechten Arbeitszeugnis, am Ende der Woche denke ich: ich habe mich bemüht.

Ich habe mir jahrelang Belohnung anders gegeben, und jetzt, wo ich mich wieder so alleine fühle, um mich selbst drehend und mich selbst nicht weiterkommen sehe, weiß ich nicht wie ich mich belohnen soll. Mir fehlt mein Kiffen. Ich habe das ganze beschissene Wochenende an nichts anderes gedacht. Hätte ich die Möglichkeit, ich würde mir was besorgen, und es wäre mir egal, ob ich es mir leisten kann oder nicht, es wäre viel. Ich würde unter der Woche meinen Plan durchziehen und es nur für mich behalten, mit niemandem teilen, am Freitagabend anfangen und bis Sonntagabend durchkiffen. Nur, dass ich dann wieder zwei Tage brauchen würde um nüchtern zu werden ist blöd. Und ich dann doch wieder unter der Woche kiffen würde, weil es einfach bei mir so ist, das wäre auch blöd.

Aber ich würde gerne, wirklich, und nur für mich alleine, so alleine wie ich mich mit dieser ganzen Scheißsituation nach wie vor fühle. Und es nicht die Schuld derer ist, die mich gar nicht alleinelassen, und ich weiß und fühle, dass sie mich lieben, aber mir hierbei einfach nicht helfen können. Sogar, obwohl sie mir zu Bewerbungsgesprächen verhelfen, gegen diese Einsamkeit, die mich umgibt können sie nicht helfen. Und es nicht nur ein diffuses Gefühl von mir ist, sondern Fakt. Fakt ist, bei aller Hilfe, machen muß ich alleine und rauskommen tut bisher nicht wirklich etwas, und damit muss ich alleine klarkommen.

Und mich in zwei Systeme einfügen, die mich nicht halten, sondern nur fordern im Moment.
Obwohl das Ehrenamt mir bisher dachte ich Spass machen wird, aber ich hab jetzt meine Mitarbeiter kennen gelernt. Sind echt in Ordnung, aber wir sind Universen voneinander entfernt. Außerdem dachte ich, es fängt im September an und geht bis Dezember, jetzt bin ich seit September in 'Es-fängt-an-Spannung', und es beginnt erst jetzt richtig und geht bis Februar. Damit habe ich nicht gerechnet.Wieder Kraft, die ich da reinstecken muss, und mehr als ich dachte, und bringen tut es mir erstmal nichts. Vielleicht irgendwann, sowie Mittelstadt mir jetzt wenigstens bringt, ich weiß, dass Jugendliche mich 'korrekt' finden.
Genauso wie in die Nachbarschaftshilfe, da muss ich mich auch melden, weil die Einsatzleitung ein Gespräch mit mir wünscht, was weiß ich warum. Auch wieder Kraft, die mir nix bringt. Und der einzige Einsatz den ich noch hab macht mir keinen Spass, ich werde mit der Familie nicht wirklich warm.
Und dann, hab ich noch nicht entschieden, was ist, wenn ich den Job beim Marktladen haben kann, was mache ich dann mit Iltis? Diese Entscheidung, wo ich allen sage: ich entscheide, wenn ich es weiß, ob ich den Job haben kann. Es lässt mir trotzdem keine Ruhe und ich bin angespannt ob der Zu- oder Absage.
Ich finde keine Ruhe, weiß nicht, wie ich mich selbst wirkungsvoll belohnen kann, bin stier ohne Ende, fühle mich einsam um mich selbst drehend, nirgendwo wirklich dazugehörend und es ist schon wieder Montagmorgen, das ganze fängt von vorne an und hat am Wochenende nicht wirklich aufgehört.
Nach wie vor die gleichen Probleme, bei denen mir meine Liebsten nicht mal helfen können, egal, wie sehr sie wollen. Nach wie vor kein Gefühl einer Zugehörigkeit zu einem festen System, in dem es weder zu viel noch zu wenig ist einfach ich zu sein. Und gleichzeitig von morgens bis abends, von Montag bis Samstag mit der Organisation und den Versuchen dorthin zukommen beschäftigt zu sein. Wohlgemerkt mit den Versuchen, ein Ergebnis habe ich keines.

Und wieder werde ich mich nicht hinsetzten und weinen, sondern weiter kämpfen, weiter machen, in der Hoffnung, doch eines Tages anzukommen. Eine Bewerbung schreiben, Wäsche machen, zur Nachbarschaftshilfe gehen und zu einem Ehrenamttreffen, morgen zum Sport, dann zu meiner Stunde, dann zum Ehrenamt, dann mit einer Freundin treffen...

P.S.:
Lange Rede, kurzer Sinn:
Ich drehe mich um mich alleine, kein System, an das ich mich anpassen kann, dabei bin ich darin so unglaublich gut. Dadurch bin ich mit der Bewertung dessen, was ich tue auch auf mich alleine zurückgeworfen. Und ich sehe keine Ergebnisse, was nicht zu einer positiven Bewertung führt. Also alleine mit einer schlechten Bewertung über mich. Das ist, was mich wahnsinnig macht.

Eines muss ich mir merken: wenn es eines Tages doch so kommt, dass ich eine Festanstellung habe, muss ich mich bewusst von diesem Denkmuster verabschieden, nicht, dass ich es mitnehme, wenn meine Situation sich ändert. Und sie wird sich ändern, das muss ich mir bis dahin sagen. Immer und immer wieder.

22.10.2008

Ruhe nach dem Sturm


(Bildquelle: www.bauerstein.info/galerie.htm)


Zeit die Seele ein paar Momente baumeln zu lassen. Schaukelnd sich wie ein buntes Blatt vom Baum zu lösen um sich einige Momente frei fallen zu lassen.

In den letzten zwei Wochen ging es mir wieder vermehrt schlechter. Es ist wie ein innerer Schalter, der sich umlegt und meine Chemie aus dem Lot bringt. Ich bin körperlich extrem angespannt, mein Kopf schnapp über und tausende kleiner Aktionspotentiale entladen sich gleichzeitig richtungslos. Ich verliere meine Orientierung, kann mich weder im Kopf noch im Herz fassen, fühle mich völlig außer mir, reizbar ist milde ausgedrückt. Teilweise versagen körperliche Aufrechterhaltungssysteme, ich bekomme Muskelschmerzen, an meinen Armen und Beinen befinden sich unsichtbare aber umso schwerere Gewichte, ich fühle mich schwindelig, in Watte eingepackt, habe das Gefühl ohnmächtig zu werden.
Und da ich das alles wie immer hochreflexiv haargenau beobachten, deshalb aber noch lange nicht verändern kann, bekomme ich Angst. Höllische Angst, vor allem und jedem. Werde in Gesprächen mit meinen Vertrauten unsicher, sprachlos, abwesend. Jede noch so kleine Tätigkeit wird zu unlösbarer Herausforderung, eine äußere Ablehnung zu einer inneren Katastrophe, ein Witz zur Panikattacke mit Todesphantasie. Jetzt gleich wird mein Leben zu Ende sein und ich habe nichts dagegen getan, obwohl ich es kommen sah.

Dann nehme ich mir Zeit wirklich zu schlafen, wache auf und alles ist gut, der Schalter zurückgelegt. Ich ruhe in mir, fühle mich normal, sehe Herausforderungen als Chancen, Notwendiges als Nebensächliches. Nehme mir meine Zeit, denke in die Richtung, in die ich denken will, lasse das Denken, wann ich will. Gebe mir und meinen Gefühlen Raum und erlebe sie als Bereicherung, mich als menschlich. Habe einen dicken Pulli an, der mich warm bleiben lässt und mich schützt vor meinen oder den Dämonen der Anderen.

Nur warum ich diese Schwankungen habe, warum mir keiner sagen kann 'so und so ist es', hier ist eine Diagnose und damit kommt die Heilung von selbst, das verstehe ich nicht. Doch, ich verstehe es, weil es so einfach nicht ist. Die Diagnose habe ich, und ich werde damit noch eine Weile leben müssen. Aber mir fehlt, dass jemand sagt: ich sehe es geht Dir sehr schlecht, aber es wird vorbeigehen, ich mache Dir einen Tee, Du mußt jetzt gar nichts, außer heilen. Zumindest habe ich aber einen Vertrauten der mir sagt: ich sehe, dass Du tust, obwohl es Dir schlecht geht, ich finde das toll von Dir. Das tut richtig gut.

Ich werde es wohl lernen, mir selbst diesen Tee zu machen, gleichzeitig diese Zustände zu ertragen, zu kämpfen, das Notwendige, das dann so unmöglich scheint zu tun und vor allem mir selbst Mut zu machen und sagen: es wird vorbeigehen. Es ist immer vorbeigegangen, auch dieses Mal und wird es auch das nächste Mal. Dann wirst Du wieder Ruhe haben, Du wirst es genießen und ein paar Worte darüber niederschreiben, dass Du jetzt wieder loslassen kannst.
Präventivmedizin ist dann angesagt, Ursachenforschung, Persönlichkeitsentwicklung und- stärkung. Aber im Zustand der Krankheit ist Notfallmedizin angebracht, eine warme Decke, Zeit und Raum für Heilung und Anerkennung des Zustandes, Trost und Zuspruch.

Das Blatt ist sanft gelandet und schmiegt sich dem Boden an, mit dem es verschmelzen wird um so zur Grundlage für neues Leben zu werden.

23.09.2008

Herbstblatt-Herzblatt



Alles hat seine Zeit - meine ist der Herbst.
Meine Lieblingsjahreszeit – mein Liebling.

Es ist unsere Jahreszeit, es ist wieder unsere Zeit.

Spürst Du es auch?

Wir waren für mich nie wie der Frühling, wir beide waren immer der Herbst.

Wir waren für mich nichts hellgrünes, sondern sattbuntes. Wir waren nie eine zarte Pflanze, sondern die Ernte unserer Seelen. Wir waren nie eine sanfte Hoffnung, sondern das Wissen um Erfüllung. Wir waren nie etwas, auf das man hofft, sondern immer das, was ist. Wir waren nie austreibend, sondern umfassend. Wir waren nie suchend, aber immer findend. Wir kommen nicht aus der Kälte, sondern aus der Hitze zueinander.

Du bist kein Versprechen für mich, sondern der Halt. Keine Verheißung, sondern Bestätigung. Kein gleißend weißes Licht, sondern warm-goldenes. Nicht der Wind, der die Kälte davonträgt, sondern der die Wärme in sich hat. Du bist nicht mein Aufbruch, sondern mein Ankommen. Deine Reife macht Deine Süße erst schmackhaft.

Wir sind nicht Blüten, sondern Früchte, prall gefüllt mit des Sommers Sonne. Statt gezogen werden zu müssen nähren wir uns. Statt uns erproben zu müssen haben wir Bestand. Nach kaltem Winter, aufbrausendem Frühling und heißem Sommer sind wir der schöne Herbst, so wie wir es immer waren.

Du warst es immer und wirst es immer bleiben.
Liebe meines Lebens.