CLICK HERE FOR THOUSANDS OF FREE BLOGGER TEMPLATES »
Betreten auf eigene Gefahr

Eltern haften für ihre Kinder

Do not try this at home

14.11.2007

Don't you forget about me

So.

Aufgestanden um sechs, nach einer der vielen Nächte ohne wirklichen Schlaf, gekotzt, weil mir immer und ständig schlecht ist, geheult, weil ein bestimmtes Lied* im Radio kam -sagte ich noch, ich tue das selten?- zum Zug gegangen, Zug macht mir vor der Nase die Türe zu und fährt ab.

Auf dem Weg zum Bahnhof war ich in Gedanken hier, was ich schreiben würde, was ich schrieb. Von dem Grossen, das mich lieben soll. Und der Vorstellung, ich sei das. Einen unendlich kurzen Moment dachte ich, ich könne frei sein. Unendlich frei und damit gross. Frei von mir und mich von oben betrachten und alles im Blick haben. Und mir sagen, ich darf alles. Und es ist gut. Als ich die Treppen zum Zug hochbin, dachte ich, vielleicht verpasse ich ihn und es ist ein Zeichen.

Einen Moment habe ich überlegt den nächsten Zug zu nehmen. Dann bin ich aber gegangen. Zu meiner Hausärztin, der vertraue ich. Hatte in den letzten Wochen nur Vertretungen vor der Nase. Heute war sie da, hat mir zugehört. Ich sagte ihr, was abgeht, dass mir nur noch schlecht ist, ich nur noch weine, nicht schlafe und heftig an Gewicht verloren habe innerhalb von sehr kurzer Zeit. Habe von meiner Arbeitslosigkeit gesprochen, von der Fortbildung und der erlebten Sinnlosigkeit.

Sie hat mir eine Depression diagnostiziert, mich krankgeschrieben und mich an den Psychiater überwiesen.

Komisches Gefühl. Endlich hat mir doch jemand zugehört. Mich aus dem Verkehr gezogen, was das war, was ich wirklich ersehnte. Und mir die Depression bestätigt, die ich lange, sehr lange schon vermute. Endlich hat jemand das gesagt, was ich seit langem denke. Ich könnte schwören es ist nicht meine erste. Aber diesmal hat es jemand gesehen. Irgendwie tröstet mich das ungemein. Und entlastet. Ich muss nicht an diese Schule. Ich habe Ruhe für mich, nichts anderes wollte ich. Aber es ist trotzdem nicht lustig so eine Diagnose. Mein ganzer Körper hat reagiert, ich hab am ganzen Leib gezittert. Tue ich jetzt noch.


Was ich schreiben wollte.

Was immer Thema war.

Ich meine ich sei nicht richtig. Ich sei verrückt, wie ein Tisch, der nicht an der richtigen Stelle steht. Nicht wahnsinnig, aber verrückt. Ich sei innerlich falsch gepolt.

-Habe ich jetzt endlich die Zeit, nach der ich mich seit Jahren sehne? Frei von allem, freigestzt um nur für mich dazusein? Oh Gott, wäre das gut-

Zudem immer schuld. Ich habe mir geschworen, weil ich als Kind einer Pädagogin schon immer wußte, wie es ist, ich würde mir nicht die Schuld geben.Weil doch die Kinder, denen sexuelle Übergriffe passieren immer meinen sie seien schuld. Ich wollte das kategorisch für mich ausschließen. Und in einem Seminar an der Schule kam es zurück, die Gruppe reflektierte, ich habe mir für eine falsche Kommunikation die Schuld gegeben. Ich hab das wie immer kategorisch abgelehnt und gesagt, das kann ich nie gesagt haben. Bei genauer Betrachtung habe ich mich aber entschuldigt, und das habe ich tatsächlich und als erste Reaktion auf eine Kommunikation, bei der nicht rauskam, was sollte. Ich habe mich entschudigt, also meine ich, ich habe Schuld. Ich vermute dieses Schuldgefühl ist älter, war schon vor dem Übergriff ein Teil von mir. Weil Scheidungskinder meinen es genauso. Kinder meinen sowieso oft bei traumatischen Erlebnissen, sie seien schuld. Wahrscheinlich war es gar nicht der Übergriff, sondern die Scheidung, die viel vorher geschah.

Und ich war vor Jahren bei der falschen Therapeutin. Weil ich wußte schon immer, dass die drei Dinge- die Scheidung, mein Stiefvater und der Überfall- meiner Persönlichkeit zutiefst geschadet haben. Aber richtig drauf eingehen wollte keiner.

Nur Anette. Aber die war was anderes. Die hat es gesehen, dass meine männliche Seite kaputt ist, quasi nicht vorhanden.

Und die fehlt mir. Fehlt mir so unendlich, dass ich das Gefühl habe falsch gepolt zu sein, dass mir Kraft und Durchsetzungsvermögen fehlt. Die ist es, die ich mir für mich wünsche. Das Grosse und Starke, das über mich kommen soll. Ist meine männliche Kraft. Dass ich eine weibliche Person bin, denke ich, ist offensichtlich.

Ich flirte aggressiv, oder intensiv, als Jugendliche habe ich mir schon die Jungs genommen, auf die ich Lust hatte. Ich wußte, ich bin ein Mädchen, also muss ich mit einem schlechten Ruf leben. War dann auch so. Ich kenne doch die Menschen. Egal, meine Freunde waren trotzdem meine Freunde und sind es bis heute.
Und trotzdem, ein Hauch von schlechtem Gewissen bleibt. Und ein Unklarsein. Mit weiblichen Reizen eine fragwürdige männliche Seite ausleben.
Und am Ende war ich immer verliebt.
Irgendwas passt da nicht, bordet über.

Davon wollte ich schreiben.

Eines Tages fügt das Bild sich zusammen. Ich weiss, das klingt alles recht unzusammenhängend. Für mich nicht. Aber die Querverweise suche ich noch. Dass alles ein Gerüst wird.

Und meine Gefühle hängen fest bei den Freunden. Unser Lied kommt im Radio. Schon damals. Was ein Kultfilm für uns, die wir jeden Tag dieses Nachsitzen hatten, da wir zusammen lebten, in einem Internat. Und der Böse, der Übercoole war auch dabei und die Schöne hat ihn bekommen.

Es war damals die geilste Zeit und ist es heute.



I will never forget you!




* Wie witzig, sehe ich gerade, ich habe mit der Sängerin doch glatt am gleichen Tag Geburtstag, jetzt weiss ich, warum mir ihre Stimme und Musik so nahe geht....


13.11.2007

Meds



Baby, did you forget to take your Meds?



Interessant selbst zu lesen, was ich offenbare. Dadurch komme ich mir selbst nahe.
Das Thema, das mich beschäftigt, ist ein altes. Uralt für mich. Vielleicht schaffe ich es aber über das hier endlich damit klarzukommen.
Ich bin getrieben, meine etwas tun zu müssen. Wie es ist kann es nicht weitergehen. Meine ich zumindest. Und weiss beim besten Willen nicht, was ich tun soll.

Dabei, irgendwie weiss ich es eben doch. Ich sage es mir zumindest dauernd. Und wußte es immer.
Vielleicht hat mir noch nie jemand wirklich zugehört.

Eine Teilnehmerin sagte letztens, Vergewaltigungsopfer ( ja, werter Leser, häßliches Wort mitten in einem so hübschen Kontext) würden ja immer nicht beachtet, aber die Täter. Vom Sinn her sagte sie das. Ich habe die Augen verdreht. Weil ich mich mit dem Thema schon zu sehr auseinandergestezt habe um solche Floskeln gelten lassen zu können, und weil ich dieses Thema hasse und nicht in einer Schulung davon hören will.

Aber eigentlich weil ich finde es ist klar, mir klar warum das so ist. Und ich finde es nicht mal schlimm. Weil die Menschen so sind. Ist es denn nicht viel viel einfacher sich dem Täter abgrenzend zuzuwenden, sich zu denken, oder zu sagen: ‚Ihh, was bist Du für ein Schwein‘, als sich dem Opfer zuzuwenden und zu versuchen zu verstehen, was da innen drin passiert ist? Müßte man nicht miterleben, was da passiert ist? Eben, und wer will das schon? Wenn nicht die Opfer, wer könnte dieses Bedürfniss besser verstehen, sich dieser Wahrnehmung zu verweigern, als eben die, die müssen, weil es ihr Erleben war und ist? Ja, und das Alleinesein damit eben die Qual, ich weiss. Aber im Grunde muss damit niemand alleine bleiben, es passiert sooft, es gibt so viele Frauen und Männer, die dieses Schicksal teilen. Du bist eben nicht alleine damit.

Da war dieses Kind, ich, ich schwor es nie zu vergessen, wie klein man sich als Kind fühlen kann. Ich habe es mir geschworen und habe diesen Schwur nie gebrochen.

Und da ist diese Sehnsucht, diese Sehnsucht sich fallenzulassen, von etwas Grossem geliebt zu werden, einfach zu leben. Sogar etwas Bösem, etwas gewalttätigem. Weil ich etwas zurückhaben will, was es mir nahm nehme ich an. Ich will es mir nehmen können. Einfach so, ohne Moral, ohne nach irgendwem als mir zu sehen.

Kann man das nicht vereinen? Ist es nicht das, was ich tun soll, wenn ich mich fragen was soll ich nur tun?

Nehmen, mir mein Leben geben. Mich nicht vergessen.

Kann ich nicht die sein, die es überlebt hat, es nie vergessen hat, und sich fallenläßt in sich. In dieses Schicksal und es besser überlebt als andere. Kann ich nicht denen helfen einen Weg zu finden?

Ich weiss nicht, aber es ist ein Thema von mir und wird es bleiben. Und es ist gerade so laut, dieses Sichfallenlassen können. Was ich ja nicht kann. Vielleicht deshalb auch keinen Zugang zu meinem Leben habe. Weil ich mein Leben nicht zulasse. Weil ich alles immer unter Kontrolle haben will und muss. Typisch für Opfer von sexualisierter Gewalt, drückt es aus, wie Ihr wollt. Aber typisch auf jeden Fall. Dem Leben kann man schwer vertrauen, wenn man zu früh meinte es sei vorbei. Ich will aber.

Zumindest mir kann ich offensichtlich vertrauen. Ein Versprechen, das ich mir gebe breche ich nicht. Ich finde das erstaunlich, dass ich das nie vergessen habe. Sehr erstaunlich sogar.

Vielleicht werde ich einfach hier Träume und Wünsche ausleben, die ich so nicht ausleben kann, weil man tut das ja nicht.
Man verliebt sich nicht in eine Idee, schon gar nicht, wenn man verheiratet ist. Moral, Kontrolle. Immer und überall in meinem Leben.

Ja, und?

Mir etwas nehmen, mich sein lassen, mich gut sein lassen. Vielleicht wird man so zufrieden?
Vielleicht ist alles aber noch viel komplizierter?

Wir werden sehen, ich denke ich habe mich entschieden mich hier auszutoben. Und es muss keineswegs dazu führen, dass ich Beraterin für Opfer egal welcher Gewalt werde. Darum geht es gar nicht. Aber darum, dass ich es nicht nur überlebe, sondern in mir, mit mir ins Reine komme und mich fallenlassen kann.

Dann kommt der Plan, was ich bin und was ich will, weil ich bin sicher, es ist kein äußeres Problem, das ich habe, sondern ein inneres.

Und sollte das hier nie jemand lesen, macht es eigentlich auch nichts. Und liest Du es und verstehst meine Zusammenhänge nicht, macht das auch nichts. Ich kann nicht über alles die Kontrolle haben.
Und sollte es jemand lesen, der genauso drauf ist und sollte es ihm oder ihr helfen, um so besser.

Letztlich mache ich es doch wie immer, das Schreiben, nur für mich.

Notiz an mich

(12.10.07)



Schöne kalte Herbsttage.
Zurückzufinden zu mir alleine.
Nur bei mir sein.
Mich fühlen, meine
Wünsche,
Ängste,
nur ich sein.
Du hast mir gefehlt. Ich hab Dich
Wirklich sehr lieb.
Pass auf Dich auf,
Du wirst lernen Dich so zu
Lieben, wie es Dir gebührt.
Und schalte alle Ampeln aus, sei
Einfach nur Du selbst.
Du bist nicht zu emotional,
Du bist nicht zu empfindlich.
Es ist Deine Stärke,
keine Schwäche
wie gut Du in Menschen hineinsehen kannst.
Es wird Dir immer und überall helfen.
Schließe Deine Vergangenheit ab, lass sie hinter Dir.


Geh weiter,
lass Dein
Herz und Deine Augen offen.
Nimm Dir Zeit Dich zu erholen
Mit so offenem Herzen ist es nicht immer leicht.
Nimm Dir, was Dir guttut, nimm Dir
Was Dir gefällt.
Lass Dich nicht ärgern,
ignoriere,
was Dich stresst.
Läßt es sich nicht ignorieren,
gehe es langsam an.
Ganz langsam.

Du wirst die sein,
die Du bist
und sein willst.
Voller Liebe zum Leben
Und Deinen Lieben.
Ich weiss das.
Ich bin Du.

12.11.2007

Das war immer

Ich habe also erledigt.


Allerdings erst ab da wirklich, als es mir wieder zufiel.
Der eine Gedanke. Warum ich mich verliebt habe - wobei dies gar nicht ganz der richtige Ausdruck ist-. Ich kann nicht loslassen, wenn ich nichts mitnehmen kann.
Vielleicht kann ich doch loslassen, weil mir wieder eingefallen ist, was es war.

Von etwas Grossem und Mächtigem geliebt werden.
Es hat den Überblick über das ganze Sein
und sagt: 'Ich liebe Dich'.
Das heißt für mich ich bin gut, ich habe Bestand.
Am besten wäre das Mächtige auch noch etwas Böses, etwas gefährliches.
Wenn das mich liebt müßte ich vor nichts
mehr eine Angst haben, vor gar nichts.

Es würde mich nehmen wie ich bin,
einfach über mich kommen und
die Macht mit mir alleine teilen.
Die Macht etwas grosses zu sein.

Etwas Grosses und Mächtiges,
das bei mir schwach wird,
das mich begehrt
macht mich noch grösser und mächtiger.

Von all dem hatte meine Idee etwas, mein Spiel. Deshalb hänge ich so fest darin. Ein grosser Krieger, der jede hatte und haben kann und doch mir sagt ich sei etwas besonderes. Wie der Traum der jungen Lupina, die Freundin eines Bandenanführers zu sein. Unglaublich erotische Vorstellung. Bis heute. Ich glaube meine erste.
Deshalb wird es gerade aber viel kleiner, weil ich erkenne, wodrum es für mich geht. Und so kann ich wieder mich betrachten, nicht sehnend vergehen in Unerfüllung.

Daher auch meine Mutlosigkeit. Weil ich nicht glaube vom Ganzen beachtet und geliebt zu werden. Weil nichts Grosses mich liebt. Daher auch meine jahrzehntelange Suche danach, dass Gott endlich mit mir redet. Er hat es nie getan. Nie. Ich mit ihm sooft. Und mich trotzig von ihm abwenden traue ich mich nicht, es könnte ja doch eines Tages etwas kommen. Und wenn ich dann nicht hinsehe, hinhöre werde ich bestraft. Was ein Scheiss!!

Ja, geliebt zu werden genügt manchmal nicht. Wenn man so klein sich fühlt, wie eine Therapeutin mir sagte sei ich nicht, dann hat man danach Sehnsucht. Nicht nur nach Liebe. Sondern der Stärke die in der wahren, der universalen Liebe steckt.
Deshalb vielleicht auch meine ungebrochene Liebe zu meiner Schule, weil sie etwas grosses war und mich liebte. Klingt komisch, war aber so.


Ich will nicht von etwas Schwachem geliebt werden. Ich will nicht geben, ich will einfach nur bekommen. Ich will nicht stark sein für andere. Sondern schwach sein und trotzdem geliebt werden. Solange geliebt, bis ich es selbst wieder tue, weil mich etwas so starkes, Grosses liebt, das den Überblick hat. Und wenn das mich liebt, kann ich es auch wieder selbst.
Und aufstehen und meinen Weg gehen.

Psychologen würden sagen, ich muss dieses Grosse, das Macht hat und die Leidenschaft, die Schwäche mich zu lieben, zu begehren und nur für mich einsetzt, niemals gegen mich, in mir selbst finden. Freud nannte es dann wohl das Überich. Meines straft mich nur, kann mich nicht leiden, liebt es mich fertig zu machen.
Mein Es dafür umso verletzlicher, trotzig, kindlicher. Seltsam, ich hatte eine so liebende Mutter. Woher dieses böse Überich kommt habe ich aber trotzdem eine Vorstellung. Die ich hier nicht teilen will. Nicht heute. Es kann aber doch nicht sein.

Nutzt diese Selbsterkenntnis etwas? Vielleicht das ein Ziel? Vielleicht auch nur eine Bestellung an das Universum, ein Gebet? Schick mir das Grosse, das viel von mir hält, dem ich glauben kann, ich habe alles, was ein Mensch braucht um gut zu leben. Lass es über mich kommen, mich erfüllen und nie wieder verlieren. Gib es mir, damit ich endlich mich leben kann!


Schatten an der Wand

Maus und Schlange


Maus

Es ist wie immer.




Ich stehe wie die Maus vor der Schlange. Einem einzigen (Kinderschutzbund) habe ich geschrieben. Aber ich finde keinen weiteren Weg. Ich weiss nicht, wie ich alles verknüpfen soll, ich weiss nicht was tun. Dieses Tun, das Fehlen desselben ist mein eigentliches Problem. Entweder ich verfalle in Aktionismus oder stehe wie die Maus vor der Schlange. Wie gerne hätte ich mehr vom Wolf, der zielgerichtet und instinktiv handelt.
Ich weiss nicht, was es bringen soll, ich weiss nicht welche Richtung irgendwohin führen soll. Ja, ich hab den Plan mir Informationen zu holen darüber, wie man Initiativbewerbungen am besten angeht, ich habe ein Buch gesehen, in dem alle NGOs im deutschsprachigen Raum verzeichnet sind.
Aber ich bin so scheiß mutlos. Was ist das nur? Ich war das schon nach meinen Prüfungen. Sowas von leer, sowas von am Boden. Ich weiss bis heute nicht, was das war. Ich bin sowieso so unendlich leer heute. Ich mag nichts machen.

Mutlos

Mut fehlt in meinem Leben
dieses für irgendetwas alles geben.
Ich hab kein Plan, kein Ziel
und weiss viel zu viel.
Ich hänge in einer Ecke
in der ich mich nicht mal verstecke.
Und komme nicht raus
wie die Maus.

Und schlecht dichten tue ich noch dazu.

Vielleicht ist es einfach so erwachsen zu sein. Vielleicht muss ich eben Ziele und Pläne mir machen und sie durchziehen, ob ich Lust habe oder nicht.

Aber wo ist meine Leidenschaft. Ich liebe Leidenschaft. Ich habe soviel unendlich viel Kraft wenn ich leidenschaftlich bin. Es ist weg und weiss nicht, wie ich dazu zurückfinden soll.

Und da gibt es noch dieses eine Problem, von dem ich niemandem erzählen kann. Weil ich mich noch kleiner damit mache, weil ich mich selbst für verrückt halte und weil es verletztend ist.
Ich habe meine Leidenschaft gesucht und hatte gedacht ich könnte es dadurch finden, dass ich mich verliebe. Ich hatte unendlich Sehnsucht danach mich zu verlieben. Und habe es getan. Aber weder in meinen Mann noch in einen anderen. Sondern in eine Idee von einem Mann, den es gar nicht gibt. Und jetzt werde ich die Geister, die ich rief nicht los. Obwohl ich dachte ich habe alles im Griff. Habe ich gar nicht. Vielleicht habe ich auch nur Liebeskummer, weil es ein unerfülltes Verliebtsein bleiben wird. Aber dann würde es wenigstens wieder vorbeigehen. Ein Sehen, dass mir nichts bringt, außer die Feststellung, ich bin ein höchst emotionaler und liebenswerter Mensch.

Aber auch, wenn ich das losbin, es wird nicht zu mir kommen. Meine Leidenschaft. Ich werde jetzt meinen Kram erledigen, versuchen etwas für mich zu tun und feststellen, es ist doch alles leer.



11.11.2007

Freitag, 9.11.2007

Offenbarung


Es tat gut, es allen zu sagen, dass es alle wissen jetzt.
Dass ich mir hier ( in der Schule ) nicht ganz richtig vorkomme.
Und wie die Gruppe doch sehr tragend reagiert hat. Das war das Krasse daran, das bleibende Gute. Auch gut war es das loszuwerden. Aber das wirklich entschiedende war die Reaktion der ganzen Mamas. Und der Schwestern, so gesehen. Ja, es macht fertig, das hat sie richtig erkannt. Und sie wollte mit mir rausfinden, was es denn nun ist.
Dabei ist sie meine Chica. Also eine echte Chica, perfekt gestilt von oben bis unten, von den Zehenspitzen bis in die Haarspitzen. Ja, so würde ich mir auch gerne leisten können auszusehen. Mein Stil wäre ein anderer. Aber alleine die Mittel dazu haben so auszusehen. Naja, aber ich mag auch, wie ich aussehe. Zumindest natürlicher. Aber sie wars, die sagte ‚Wir finden heraus‘. So einfach wird es nicht sein, nicht bei mir. Ich bin anders. Klar.

Ich bleibe am Montag zu Hause und arbeite daran. Für mich alleine. Projekt Lupina. Und das schreiben bleibt meine Privatsache.
Dazu habe ich Euch.

Ziele, Pläne und der Weg

(Montag, der 4.11.2007)

Bin seit um zwanzig vor fünf wach. Mein Wecker klingelt um sechs. Ich gehe zur Schule, die für mich keinen Sinn macht. Nix macht Sinn. Auch nicht morgens um zwanzig vor sechs irgendeine Stelle zu finden, die mich von dieser Schule erlösen könnte. Die mich schon vom erfolglosen Suchen retten sollte.
Weil was ich bin und was ich bin nicht zusammengeht. Was ich will und was ich bin. Was ich von mir aus bin- Lupina- und was ich gelernt habe.
All die Stellen, die ich der Beschreibung nach haben will sind ausgeschrieben für Pädagogen. Ich bin Soziologin. Knapp daneben aber auch vorbei. Ein Jahr lang habe ich es versucht.
Und jetzt werde ich Personalreferentin. Was ein Unfug. Überhaupt wieder zu lernen. Dann sowas. Weil ich dachte, ich könne mir meinen Idealismus nicht mehr leisten. So drückte es eine andere Teilnhmerin aus.
Schwachsinn.
Ich bin einfach ich, hat nicht viel mit Idealismus zu tun. Oder soviel, dass ich nicht anders kann.
Aber einfach nicht hingehen- ist nicht meine Art- traue ich mich einfach nicht.
Einfach einen Tag hier sitzen, mir klar werden, nur schreiben. Um klar zu werden.
Wo das hingehen soll.
Die Ruhe, nach der ich rufe. Mir erlauben. Nicht zu Hause sitzen und mich ablenken, oder krank sein wie die letzten Tage.
Sondern kreativ, nahe bei mir, mich suchend und vielleicht doch zwischen den Zeilen finden.
Es ginge auch nicht darum einfach zu Hause zu bleiben. Oder nur nicht zur Schule zu gehen. Oder sonst was. Sondern darum, mir meinen Raum zu nehmen zu mir zu kommen. Ganz konzentriert bei meiner Zukunft, Gegenwart sein.


Krass. Ich habe es getan. Und ich werde es tun. Das, was ich eben noch schrieb. Nur für mich gilt das. Lupus hat komisch geschaut. Man kann nicht für jede Kleinigkeit Verständnis erwarten, möge sie für einem selber auch noch so gross erscheinen.

Es ist gross genug für mich alleine. Und das werde ich zelebrieren. Mein Tag. Der erste. Seit ich mich erinnern kann. Und das nur dann, wenn ich mich konzentrieren kann. Und nicht in Erledigungswahn falle. Es geht nicht um Termine und Stundenpläne.

Es geht um DEN Plan.

Gespannt, ob ich den finde?

Ich auch. Aber vor allem: Ich bin hier, und das zählt.
Weil ich wirklich hier sein will.
Ich will wissen, wo es für mich hingeht. Nichts, was man an einem Tag erledigen könnte. Aber etwas, das in mir passiert und so sowieso keine Zeit hat. Ich glaube an die Ewigkeit. An etwas, das wir für so wahr erachten, dass es verbunden mit uns, uns mit allem verbindet, für immer.
Ja, ich habe meine Fehler, Probleme, Laster.
Kein Grund nicht ernst zu nehmen, was meine Sehnsucht, mein Wille, mein ich ist.

Mir ist letztens von einer Internetbekannschaft geschrieben worden, die Menschen, die meine Freunde seien, seien glücklich zu schätzen, dem Sinn nach. Ja, das ist wohl so. Und ich sollte wissen, dass ich wunderbar bin ein anderer.
Ja, das ist so, ich bin dermassen sozial begabt, dass es mich ankotzt. Weil ich außer Privatem nichts damit zu erreichen scheine.
Vielleicht weil ich falsch anwende.
Vielleicht weil man damit kein Geld verdienen kann.
Vielleicht, weil die Ausbildung dazugehörig anders heißt, als die, die ich hab.

Auf jeden Fall bin ich sozial begabt, dachte dies sei, wodrauf ich setzen kann. Kann ich auch. Es nutzt mir nur nichts. Es ist so, ich sehe es überall und immer. Aber es bringt keinen Erfolg. Oder nur den, den ich eben auch bettelarm haben kann.
Ja, der Philisophie und meiner Überzeugung nach sind nur die Mneschen glücklich, die reich an guten sozialen Bindungen sind. Nur die. Aber zu denen zu gehören und zu sonst keinen macht auf Dauer fertig. Mich zumindest.

Einfach nur Geldverdienen ist es aber auch nicht, was mir fehlt. Was mir fehlt ist eine erwachsene Aufgabe. Das nutzen, was ich bin und kann um daraus etwas zu machen. Nicht unendlich gross muss es sein, ich muss nicht viel Geld dabei verdienen, aber sinnvoll soll es sein.

Wieder lernen ist es schonmal nicht. Aber damit muss ich klarkommen. Tu ich aber nur mit Ziel.
Oder gar nicht? Bin ich am Ende doch schon verrückt geworden, und werde keinen Plan finden?


Oder war ich schon knapp davor? Kein Plan, ein Ziel. Aber auch nicht einfach wie diese Schule gut rumbringen. Das ist kein Ziel für jemanden, der sein Abitur nebenbei und das Studium gerade so abgeschlossen hat.



Ist es ein Ziel, das was ich machen wollte, es mir aber nicht zugtraut habe endlich umzusetzten? Diese Initiativbewerbungen, von denen ich so lange rede? Ist das mein Ziel? Es so zu versuchen? Kann ich das, wenn ich von morgends bis abends um sechs unterwegs bin?

Mein Ziel wird mir nicht deutlicher. Es ist dasselbe wie immer. Ich bin dadurch mir nicht näher. Das jetzt versuchen zu schaffen und nebenher was neues anfangen? Habe ich dazu die Kraft? Langt das als Ziel für die Umsetzung?

Weil um Umsetzung geht es. Um sonst nichts. Deshalb nutzt vielleicht sogar ein eindeutiges Ziel nicht. Hab ich aber so gehört. In der Schule. Oder ist es nur nicht eindeutig genug?
Blabla der Weg ist das Ziel. Oder kein blabla. Weil es um das Gehen geht.
Dass ich weiterkomme. Nicht konsumieren, sondern schaffen. Das ist mein Ziel.

Ich kann mich aber schlecht selbstständig machen und ein Kinderhaus günden. In Tübingen braucht kein Kind eine Arche, wie in Berlin oder Hamburg. Oder doch?
In Stuttgart ganz sicher.


Vielleicht einfach dem Pfarrer schreiben von der Arche, dem Bügermeister von Tübingen von meiner Idee schreiben, dem Kinderschutzbund schreiben? Mein Ziel: erstens meinen Weg gehen, nämlich den des ganz eigenen. Weil ich vielleicht einfach nicht in das Schema passe, dass ein Erwachsener in dieserWelt hat. Oder nur eben nicht in ein Schema, habe ich nie, und doch war ich oft in der Mitte der Zeit
Zweitens: nebenher ertragen, was ich mir vorher als meinen Weg ausgesucht habe. Ich habe mir diese Schule ausgesucht. Ich wollte diese Fortbildung machen. Nur alleine, um Struktur zu haben. Nur alleine dafür kann ich sie doch nutzen. Wenn mir ihr Inhalt bitte nicht mehr so nutzlos scheint. Und wenn doch, dann in der Zeit weiterüberlegen.

Wie ich meinen Weg gehe, ich will frei sein.

Kann ich das als Ziel definieren? Ich will ein Kinderhaus gründen? Einen Schutzraum? Weil ich weiss wie sehr Kinder sowas brauchen und weiss wie es ist einen zu haben?
Aus meinen negativen verletztenden, fast zerstörenden Erlebnissen und meiner grossen Liebe eine Verbindung weben? Schuster, bleib bei Deinen Leisten. Ich will immer nicht gut zu Kindern sein, weil ich es nicht sein will aus Trauma. Ich wollte nie, dass mich ein oder zwei oder drei Erlebnisse meines Lebens so sehr prägen. Warum bin ich denn jahrelang zur Therapie gerannt?
Weil ich denke ich bin verstört und kann mich nicht sein. Deshalb lerne und lerne ich, will immer brav weiter gehen. Damit ich ohne das Trauma leben kann. Dabei lebe ich vielleicht längst ohne damit.
Und manches kann man nicht ausblenden im Leben. Ich bin schon keine Lehrerin geworden, weil ich dachte ich sei zu sehr von meinem Trauma beeinflusst.
Nie war die Angst vor irgendwas grösser, als dass ich gestört bin und bleibe. Das ist der Tod den Opfer von Gewalt leben müssen ihr ganzes Leben lang. Dass Momente über die innere Ewigkeit entscheidend sein können.
Aber wenn ich zur Therapie bin habe ich an Heilung geglaubt. Wenn ich mich ansehe bin ich nicht so gefangen mehr, wie ich befürchtete für immer zu sein.
Aber ich kann doch trotzdem anhalten. Endlich. Und nicht weiter weglaufen, weil man ja kein Helfersyndrom haben darf, weil einem das ja als Opfer ausweist.
Anhalten und mich ansehen. Ja, dann habe ich eben einen Komplex. Ich scheine aber darin sehr gut zu sein. Hat jeder seinen Knall. Meiner ist eben Menschenverständnis und Liebe.
Das Bedüfnis zu retten, was gerettet werden kann. Nicht was muss, und nur was will.


Vielleicht fühle ich mich nicht mehr so kaputt, wie ich es manchmal tue, wenn ich das anerkenne.
Vielleicht das das Ziel. Vielleicht, aber der Tag zu Hause gewesen zu sein war gut. Richtig gut.