
(Bildquelle: www.bauerstein.info/galerie.htm)
Zeit die Seele ein paar Momente baumeln zu lassen. Schaukelnd sich wie ein buntes Blatt vom Baum zu lösen um sich einige Momente frei fallen zu lassen.
In den letzten zwei Wochen ging es mir wieder vermehrt schlechter. Es ist wie ein innerer Schalter, der sich umlegt und meine Chemie aus dem Lot bringt. Ich bin körperlich extrem angespannt, mein Kopf schnapp über und tausende kleiner Aktionspotentiale entladen sich gleichzeitig richtungslos. Ich verliere meine Orientierung, kann mich weder im Kopf noch im Herz fassen, fühle mich völlig außer mir, reizbar ist milde ausgedrückt. Teilweise versagen körperliche Aufrechterhaltungssysteme, ich bekomme Muskelschmerzen, an meinen Armen und Beinen befinden sich unsichtbare aber umso schwerere Gewichte, ich fühle mich schwindelig, in Watte eingepackt, habe das Gefühl ohnmächtig zu werden.
Und da ich das alles wie immer hochreflexiv haargenau beobachten, deshalb aber noch lange nicht verändern kann, bekomme ich Angst. Höllische Angst, vor allem und jedem. Werde in Gesprächen mit meinen Vertrauten unsicher, sprachlos, abwesend. Jede noch so kleine Tätigkeit wird zu unlösbarer Herausforderung, eine äußere Ablehnung zu einer inneren Katastrophe, ein Witz zur Panikattacke mit Todesphantasie. Jetzt gleich wird mein Leben zu Ende sein und ich habe nichts dagegen getan, obwohl ich es kommen sah.
Dann nehme ich mir Zeit wirklich zu schlafen, wache auf und alles ist gut, der Schalter zurückgelegt. Ich ruhe in mir, fühle mich normal, sehe Herausforderungen als Chancen, Notwendiges als Nebensächliches. Nehme mir meine Zeit, denke in die Richtung, in die ich denken will, lasse das Denken, wann ich will. Gebe mir und meinen Gefühlen Raum und erlebe sie als Bereicherung, mich als menschlich. Habe einen dicken Pulli an, der mich warm bleiben lässt und mich schützt vor meinen oder den Dämonen der Anderen.
Nur warum ich diese Schwankungen habe, warum mir keiner sagen kann 'so und so ist es', hier ist eine Diagnose und damit kommt die Heilung von selbst, das verstehe ich nicht. Doch, ich verstehe es, weil es so einfach nicht ist. Die Diagnose habe ich, und ich werde damit noch eine Weile leben müssen. Aber mir fehlt, dass jemand sagt: ich sehe es geht Dir sehr schlecht, aber es wird vorbeigehen, ich mache Dir einen Tee, Du mußt jetzt gar nichts, außer heilen. Zumindest habe ich aber einen Vertrauten der mir sagt: ich sehe, dass Du tust, obwohl es Dir schlecht geht, ich finde das toll von Dir. Das tut richtig gut.
Ich werde es wohl lernen, mir selbst diesen Tee zu machen, gleichzeitig diese Zustände zu ertragen, zu kämpfen, das Notwendige, das dann so unmöglich scheint zu tun und vor allem mir selbst Mut zu machen und sagen: es wird vorbeigehen. Es ist immer vorbeigegangen, auch dieses Mal und wird es auch das nächste Mal. Dann wirst Du wieder Ruhe haben, Du wirst es genießen und ein paar Worte darüber niederschreiben, dass Du jetzt wieder loslassen kannst.
Präventivmedizin ist dann angesagt, Ursachenforschung, Persönlichkeitsentwicklung und- stärkung. Aber im Zustand der Krankheit ist Notfallmedizin angebracht, eine warme Decke, Zeit und Raum für Heilung und Anerkennung des Zustandes, Trost und Zuspruch.
Das Blatt ist sanft gelandet und schmiegt sich dem Boden an, mit dem es verschmelzen wird um so zur Grundlage für neues Leben zu werden.
22.10.2008
Ruhe nach dem Sturm
Von Lupina 2 Kommentare
23.09.2008
Herbstblatt-Herzblatt

Alles hat seine Zeit - meine ist der Herbst.
Meine Lieblingsjahreszeit – mein Liebling.
Es ist unsere Jahreszeit, es ist wieder unsere Zeit.
Spürst Du es auch?
Wir waren für mich nie wie der Frühling, wir beide waren immer der Herbst.
Wir waren für mich nichts hellgrünes, sondern sattbuntes. Wir waren nie eine zarte Pflanze, sondern die Ernte unserer Seelen. Wir waren nie eine sanfte Hoffnung, sondern das Wissen um Erfüllung. Wir waren nie etwas, auf das man hofft, sondern immer das, was ist. Wir waren nie austreibend, sondern umfassend. Wir waren nie suchend, aber immer findend. Wir kommen nicht aus der Kälte, sondern aus der Hitze zueinander.
Du bist kein Versprechen für mich, sondern der Halt. Keine Verheißung, sondern Bestätigung. Kein gleißend weißes Licht, sondern warm-goldenes. Nicht der Wind, der die Kälte davonträgt, sondern der die Wärme in sich hat. Du bist nicht mein Aufbruch, sondern mein Ankommen. Deine Reife macht Deine Süße erst schmackhaft.
Wir sind nicht Blüten, sondern Früchte, prall gefüllt mit des Sommers Sonne. Statt gezogen werden zu müssen nähren wir uns. Statt uns erproben zu müssen haben wir Bestand. Nach kaltem Winter, aufbrausendem Frühling und heißem Sommer sind wir der schöne Herbst, so wie wir es immer waren.
Du warst es immer und wirst es immer bleiben.
Liebe meines Lebens.
Von Lupina 1 Kommentare
16.09.2008
Auftrieb

Ich kenne Dich nicht,
fühle mich wie eine scheue Katze Dir gegenüber. Ich weiß, Du willst Gutes für mich
aber Gutes für mich kenne ich nicht.
Oder doch, eine Ahnung habe ich,
einzelene Funken sind mir
vertraut davon.
Ich würde gerne aufspringen,
aber dann ist alles so aufregend,
dass ich Angst habe mich darin zu verlieren.
Ich würde Dich gerne mit offenen Armen empfangen,
das hieße aber ich würde mich verändern.
Oder doch nur wirklich ich werden?
Was, wenn es wieder so ist, wie ich schonmal befürchtete und
deshalb alles so lange so weit
von mir wegschob,
wenn mein Leben, meine Liebe mich nicht mehr erkennt
und wegrennt, oder vielmehr stehenbleibt?
Haben wir zu zweit eine Chance, wenn ich meine nutze?
Ich will Dir und uns vertrauen, zum Trotz
der letzten Monate und Monate.
Ich weiß es nicht, ich trau mich kaum,
aber dieses Mal verwirkliche ich mir diesen Traum.
Ich kann nicht zurücksehen,
ich kann nicht stehen.
Ich muß weitergehen und den
Auftrieb nutzen um endlich fliegen zu lernen.
Und die Angst bewahrheitet sich sowieso nie.
Ich will keine Angst haben vor meiner eigenen Veränderung
und will keine Angst haben Dich zu verlieren,
wenn ich ein neuer Mensch sein werde.
Weil das ist alles schon in mir,
ich werde es nur freilassen.
Ich vertraue Dir, ich vertraue mir,
ich vertraue dem Großen Geist und dem Leben,
und breite meine Schwingen aus und lasse mich erheben.
Von Lupina 1 Kommentare
31.08.2008
Süße Träume
Die Alten und Weisen standen um sein Bett. Manche waren dunkel gekleidet, andere in strahlenden weissen Farben, manche in Fetzen, andere festlich geschmückt und mit Gold behängt. Sie versammelten die Ruhe der Weisheit und des reinen weiten Geistes. Sie waren es, die die Geschicke der Menschen beobachteten und rief einer sie an konnten sie mit ihrer Macht eingreifen zum Wohle des Bittenden. Von selbst griffen sie nie in das Weltgeschehen ein, es sei denn sie beschlossen dies einhellig.
So war es dieses Mal gewesen. Das Kind auf dem Bett schlief friedlich, sah im Schlaf wie ein Engel aus. Ob es ein Junge oder ein Mädchen war, war weder zu erkennen, noch von Wichtigkeit. Das Bett war mit hellem Stoff bezogen, die weiche Decke hob und senkte sich sanft zum Rhythmus des schlafenden Atems.
Die Weisen hatten einen Zauber des Schutzes um das schlafende Kind gelegt, es sah aus wie eine gläserne Halbkugel, hier und da funkelte die Kraft des Zaubers auf der Oberfläche.
„Es soll ausruhen.“ Die anderen nickten stumm. „Es hat viel durchleben müssen und wird die Kraft brauchen für die kommenden anstrengenden Aufgaben.“ Wieder stummes Nicken. „Es wird die Welt verändern.“
Ein Lächeln lag auf den Lippen der Weisen als sie das Zimmer mit dem Bett verließen und dem Kind besonders wohltuende Träume schenkten.
Von Lupina 2 Kommentare
27.08.2008
Scratch

Schwarze Schatten kribbelnder
krabbelnder ameisengleicher
Viecher. In mir,
um mich, lassen mich keinen klaren
Gedanken fassen, nicht zur Ruhe kommen.
Sie sind gekommen um die Kadaver meines
Willens, meines Mutes,
meines Herzens zu ihrem Bau zu machen.
Ihre Larven füttern sie
mit meinen Gedanken,
mit meiner Haut und meinen Haaren.
Tausendfach winzigklein
aber zusammen können
sie tödlich sein.
Und manchmal, manchmal
nehm ich
eine Nadel mir,
dünn und spitz,
ramme sie in das Tier
und spieße es auf damit,
reiß ihm einzeln jedes Bein heraus,
dreh und wende es,
köpf‘ es mit Genuß
und quetsch
-zu guter Letzt-
das letzte bißchen
Leben aus ihm raus.
Von Lupina 0 Kommentare
24.08.2008
Vom Wollen zum Können und zurück

„Der Mensch kann zwar tun, was er will, aber er kann nicht wollen, was er will.“ Schoppenhauer
Der Punkt ist, ich muß es wollen.
Das wußte ich die ganze Zeit, und ich hasse diesen Ausdruck, solange ich nicht kann.
Wir kennen das doch alle, oder!?
Es geht nicht darum, ob jemand von mir Urinproben verlangt oder nicht. Es geht nicht darum, ob ich später auf mich stolz sein werde. Auch nicht darum, ob sonstwer stolz auf mich wäre, nichtmal darum ob es jemand ist.
Es geht nicht um Abmachungen, mit mir oder Anderen. Nicht darum, wie ich es erreichen kann. Es geht nicht darum, was es mir einfacher macht und was schwerer.
Das sind alles die Wege dorthinzufinden.
Das sind die Dinge, die Dich halten, wenn Du vergeblich versuchst zu wollen. Weil Du weißt nur so wird es gelingen, aber nicht kannst. Und irgendwann willst Du auch nicht mehr. Weil die fremden und vertrauten Stimmen der Anderen, aber letztlich Dir selbst, sagen: „Du mußt“.
Nein.
Nicht, Du mußt wollen, sondern nur wollen mußt Du können. Und ob wir das können oder nicht, liegt in meinen Augen nicht alleine an uns. Wir haben Wege dorthin und wir können sie beschreiten, wenn wir das Wollen suchen. Und sie werden uns führen.
Aber erleuchten tun wir uns letztlich selbst, der richtige Moment, die guten Geister. Manchmal der richtige Mensch zur richtigen Zeit. Die, die wir dann lieben werden, unser Leben lang.
Und dann können wir wollen und es ist alles, was wir brauchen. Das Einzige, was sein muß.
Aber gleichzeitig das Entscheidende, um zu können, was wir wollen.
Ich liebe das Leben gerade. Danke an meine Engel. Danke an mich. Ich bin glücklich.
Und ich will nicht mehr kiffen. Nicht mehr, wie ich es tat. Nie wieder. Ich verurteile aber auch nicht mehr, dass ich es tat oder tue. Ich will nur einfach nicht mehr. Und es ist egal, ob um mich herum geraucht wird oder nicht, ob ich alleine bin, es Dinge gibt, die nicht ausgesprochen werden und mich unter Druck setzen deshalb. Das spielt alles keine Rolle.
Ich gehe meine Wege. Und mein Wille wird mich tragen. Sonst nichts und niemand. Und meine Freunde liebe ich und sie lieben mich.
Früher hab ich bei Bob Marleys „Forever lovin‘ Jah“ „ we’ll be forever love eacha [eachother]“ verstanden.
„Everything in life got its own purpose, find its reason in every season, forever, yeah.“
Von Lupina 2 Kommentare
17.07.2008
Blumen - ein Dankeschön

Ich hab gelernt mich selbst zu halten.
Ich hab gelernt Schönes für mich zu tun.
Ich hab gelernt mich für mich zu aktivieren.
Es kostet mich noch Kraft, es passiert nicht von alleine. Ich hätte noch lange dort bleiben können um noch mehr zu lernen, um es in klinischer Umgebung zu üben. Aber die beste Übung ist und bleibt mein ‚reallife‘. Hier muss ich nicht misstrauen, ob ich es dann, wenn es drauf ankommt auch kann, sondern hier ist das Draufankommen.
Ich hab meine Einbrüche, gerade in den kritischen Momenten von Absagen für Arbeitsstellen oder Praktikumsstellen. Und es zieht mich runter. Aber ich kann das Muster, in dem es mich runterzieht als solches erkennen und schwimmen, was das Zeug hält. Statt die Luft anzuhalten und mich runterziehen zu lassen, statt mich selbst noch fertiger zu machen habe ich gelernt ich muss es nicht so machen. Ich kann auch anders reagieren. Ich habe es tatsächlich mitnehmen können. Und brauche auch niemanden, der es mir vorbetet, oder mich so provoziert, dass ich handele, empfinde. Ich kann das ganz alleine. Es wird noch einige Situationen geben, die mich runterziehen könnten. Aber ich sehe ich kann mich halten, ich kann schwimmen, wenn es drauf ankommt, ich kann mich selbst retten. Statt das Unglück mir zuzuschreiben und es zu verstärken.
Von allem, was ich mitzunehmen hoffte, ist das das Wertvollste.
Es ist schon eine harte Gabe, wenn man nicht nur über Unglück traurig ist, sondern sich selbst dafür bestraft. Sich selbst die Schuld gibt für das Unglück und sich daraus nicht zieht es auch selbst wieder umkehren zu können, sondern sadistisch sich selbst weiter reinzutreiben. Es klingt auch so, wie ich es aufschreibe paradox, vollkommen unvernünftig. Abr es ist so, es ist als Muster noch immer iin mir drin. Es ist geradezu eine Sehnsucht, ein Verlangen. Mich selbst zu verletzen, wenn ich verletzt bin. Keine Ahnung eigentlich woher das kommt, was da schiefgelaufen ist, wie Menschen auf sowas kommen. Aber es war so, und wenn ich nicht auf mich aufpasse überkommt mich das auch noch. Eine tiefe Sehnsucht zu ertrinken. Weil sowieso alles scheisse ist, ich scheisse bin, und es fühlt sich so schön intensiv an. Vertraut. Nicht mal einfach aufgeben, sondern sich in das Elend hineinstürzen. Es ist so vertraut, es ist wie ein Freund, der mich kennt, den ich kenne. Und die Hoffnung, wenn ich es soweit kommen lasse, ich vielleicht zu dem Punkt komme, an dem ich die ewige Stille finde - endlich.
Aber es gibt sie tatsächich, die guten und die schlechten Freunde. Manchmal sogar in ein und derselben Person.
Vielleicht habe ich ‚einfach‘ gelernt mir selbst zu verzeihen.
Danke.
Von Lupina 0 Kommentare